Bau- und Projektmanagement · 24.11.2022 · 2 Min. Lesezeit
Industrieunternehmen wenden bis zu 10 Prozent ihres Jahresumsatzes für Wärme und Strom auf. Energie-Contracting zeigt, wie Wärmeerzeugung effizienter und innovativer gelingt.

Bis zu 10 Prozent ihres Jahresumsatzes wenden Industrieunternehmen für die Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie auf. Damit Unternehmen gerade jetzt effektiver mit ihrer Wärmeerzeugung haushalten können, braucht es optimierte und innovative Lösungen. Hier kommt Energie-Contracting ins Spiel. Wir erklären die Hintergründe und die Vorteile des Contractings.
Mittels Energie-Contracting können Effizienzprojekte im Energiemanagement umgesetzt werden. Unternehmen haben häufig weder das Geld, die Zeit oder das Know-how, um sich um die Analyse und Durchführung effizienterer Energiebereitstellungsmöglichkeiten zu kümmern. Beim Energie-Contracting gibt es einen Energiedienstleister – Contractor genannt – der sich voll und ganz um die Realisierung vorab festgelegter Energiesparmaßnahmen kümmert, inklusive Planung, Finanzierung, Umbau, Betrieb und Wartung sowie Instandhaltung der neuen Anlagen. Auch das Energiemanagement fällt in dessen Aufgabenbereich. Hier entstehen zwei wichtige Unterteilungen:
Beim Energiespar-Contracting werden die technischen Anlagen eines Gebäudes ganzheitlich betrachtet. Mit welchem Ziel? In erster Linie, um den Energieverbrauch zu senken und die Energiekosten zu reduzieren. Der bereits erwähnte Contractor plant, realisiert und finanziert alle individuell auf die Liegenschaft angefertigten Maßnahmen, die zu einer Energieeinsparung führen – technisch, baulich und organisatorisch. Zu den typischen Maßnahmen gehören:
In dem gängigen Vertragszeitraum zwischen 7 und 15 Jahren sind in der Praxis hohe Einsparpotenziale mit bis zu 40 Prozent Einspargarantie keine Seltenheit. In einzelnen Fällen sind sogar 70 Prozent und mehr möglich!
Das Energieliefer-Contracting unterscheidet sich vom Energiespar-Contracting insofern, dass der Contractor die Planung, Finanzierung, Installation, Energiebeschaffung sowie die Betriebsführung der Energieerzeugungsanlage übernimmt. Diese Form des Contractings ist aktuell die am häufigsten genutzte Variante. Das Ziel hierbei ist die effiziente Bereitstellung von Energie. Das bedeutet, das Produkt ist Nutzenergie – Wärme, Strom, Kälte oder Dampf. Die Vergütung erfolgt über einen vertraglich vereinbarten Energiepreis zzgl. Grund- und Verrechnungspreis.
Je nachdem wie der Bedarf von Wärme eines Unternehmens ausgeprägt ist, werden beim Contracting-Nehmer verschiedenste Wärmelösungen für Neu- und Bestandsbauten umgesetzt. Der Contractor berät zunächst diesen individuellen Bedarf, wodurch er dann die wirtschaftlichste und technisch optimalste Lösung erarbeitet. Idealerweise berücksichtigt der Contractor auch alle relevanten und nutzbaren regulatorischen Rahmenbedingungen sowie Förderprogramme.
Kommt es dann zum Einsatz, sollten ausschließlich Komponenten renommierter Hersteller verwendet werden. Am Beispiel der Wärmeerzeugung werden beispielsweise Gasbrennwertkessel, Blockheizkraftwerke, Gasturbinen, Wärmepumpen, Brennstoffzellen oder Dampfkessel installiert. Besonders in der aktuellen Zeit bieten sich dezentrale Eigenstromerzeugungssysteme wie BHKW oder Wärmepumpen an, da Wärme und Strom unabhängig vom Energiemarkt dort erzeugt wird, wo sie vom Verbraucher genutzt wird.
Tatsächlich ermöglicht Energie-Contracting nicht nur die Erzeugung und Bereitstellung von Wärme und Strom, sondern auch von Kühllösungen und Klimatisierungen. Die Kühlung von Warenlagern oder die Kaltwassererzeugung für Maschinenkühlung kann somit ressourcen- und vor allem klimaschonend erfolgen. In Verbindung mit digitalen, zentralisierten Plattformen lassen sich sämtliche Energieverbrauchswerte zusätzlich auslesen und weiter optimieren.
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